Turnfahrt der Aktivriege 2012

Turnfahrt der Aktivriege, vom 15. – 16. September 2012

Wir haben lange und gespannt auf die diesjährige Turnfahrt gewartet. Auf dem Programm stand die Besteigung des Klettersteiges Sulzfluh mit anschliessender Rückkehr nach Partnun zum Berghaus Sulzfluh. 15 Turnerinnen und Turner und ein Haselnussstecken waren mitgekommen. Klar, der harte Kern war vollzählig anwesend.

An jenem Samstagmorgen haben wir uns TV üblich sehr früh bei der Turnhalle besammelt. Bereits dort fielen mir einige No-Go`s in Sachen Fashion auf. Zum Beispiel die farbliche Kombination von Darios Jacke und Hose fand ich und ein paar andere Kumpels furchtbar! Die etwas aus der Mode gekommenen Stirnbänder feierten beinahe ihre Renaissance in diesen zwei Tagen. Spätestens jetzt weiss es jeder, die Dinger sind eindeutig out. In der Zeit liegend verluden wir unsere Säcke, Kletterausrüstungen und den Haselnussstecken in die Autos. Zügig und teilweise sinnlos „gäselnd“ erreichten wir das im Prättigau gelegene Küblisch. Die Redbull Junkies deckten noch schnell ihren täglichen Bedarf an der Tanke und ab ging`s aufs Postauto nach St. Antönien. Spätestens als wir einsteigen wollen habe ich die unzähligen jungen Zürcher im Posti bermerkt. Mit abschätzendem Blick und ohne Wort suchte ich einen Sitzplatz in der hintersten Reihe. Lukas sagte nach dem absitzen zwar kaum was, aber mir war blitzschnell klar, dass er das gleiche denkt wie ich: von diesen Flachlandbauern lassen wir uns das Wandern und Festen nicht versauen! Jawohl, und so kam es nämlich auch. Dank Sandras guter Organisation hatten wir nach der Ankunft in St. Antönien bereits ein Taxi auf uns warten welches uns fast bis zum Einstieg in den Fels kutschierte. Die Zürcher hingegen mussten noch unzählige Spitzkehren bezwingen ehe sie an unserer Ausgangsposition waren. Knut philosophierte mit dem einheimischen Fahrer, der uns seine Wichtigkeit mit einem Headset im Ohr deutlich signalisierte, während der Fahrt über das Fischen. Mc Giver  glaubte lange Zeit es gehe um Perverses, da er lediglich etwas von „20 cm“ verstand… Endlich oben ankommen wurde uns der bestellte Bergführer vorgestellt. Bartli. Der Name kommt nicht von ungefähr, denn sein stolzer Bart war nicht zu übersehen. Ich hörte unsere Frauen flüstern wie sie sagten, dass der Bart ungepflegt und vom Bier saufen und Pfeife rauchen unattraktiv vergilbt sei. Bartli ist aber ein echt cooler Typ, so viel steht heute fest. Unter Bartlis aufsicht gingen wir bis zum Einstieg an der Felswand, wo sich die Gruppe schliesslich trennte. Die zähen gingen über den Klettersteig bis zum Gipfel und den schwächeren blieb nur den unspektakulären Aufstieg über den Wanderweg. Ich war natürlich bei den erwähnten Zähen dabei! Angefangen mit dem Klettern stellte sich sehr schnell heraus wer vielleicht doch besser mit den anderen den Wanderweg genommen hätte. Einige schienen mir etwas verkrampft zu wirken und konnten von lauter Angst die wunderbare Aussicht gar nicht mehr geniessen! An der Spitze beim Klettern waren Räto, Küse, Ich und mit etwas Abstand noch Nicole und Roman. Räto gab hier ganz klar den Ton an und verführte uns immer wieder zu kleinen, eigentlich unnötigen Mutproben an der Felswand. Hände weg vom Seil und baumeln lassen war wahrhaftig ein Kick den man im tristen Alltag nicht erlebt. Immer öfter und an immer höheren Stellen mussten wir fast gezwungenermassen die Mutproben erfüllen um mitziehen zu können. Später wurde bekannt dass wir uns Männer mit „Balls of steel“ nennen durften und Nicole wurde als die Frau mit den „Iron Lipps“ bekannt. Der Aufstieg über den Klettersteig war unglaublich interessant und wurde von dem guten Sonnigen Wetter noch zusätzlich verschönert. Oben angekommen war erstaunlicherweise die Wandergruppe bereits auf dem Gipfel eingetroffen. Sekunden später hörte ich das Knallen der Korken… Es war Zeit für den Gipfelwein und das Mittagessen. Wir alle genossen die Aussicht mit den Schnee verzierten Bergwipfeln. Um sicher in der Hütte in Partnun anzukommen, führte Bartli gemächlich die Gruppe. Der Weg führte uns über Österreich zurück nach St. Antönien. Küse erzählte uns gelegentlich von irgendwelchen Höhlen, der Auswaschung des Kalkgesteins infolge des sauren Regens und unterbrach ähnliche Gespräche mit besserwisserischen Fachbegriffen. Müde und teilweise auch mit weichen Knien erreichten wir das Berghaus Sulzfluh. Wir bezogen Zimmer und wurden mit einem herrlichen Abendessen mit Vorspeise und Dessert zufrieden gestellt. TV üblich wurde danach noch etwas tiefer ins Glas geschaut. Leider ging der Gin Tonic zu früh aus und drückte auf die bis dahin echt tolle Stimmung. Mit Karten- und Saufspielen ging der gelungene Abend gemütlich zu Ende. Die giftige Wirtin war froh, als endlich alle im Nest waren. Nicole hatte sich nämlich bei der Saftschupse beschwert, dass der bestellte Wodka-orange verhältnismässig teuer sei. Daraufhin kam die Chefin mit scharfem Blick und mieser Laune in unser Stübli und gab den Tarif durch. Nicole hatte keine Chance.

Schlecht ausgeschlafen aber gut gefrühstückt sattelten wir unsere Trottinett`s und schossens ins Tal bis nach Küblis. Eigentlich war es kein Rennen,  aber insgeheim wollte jeder zeigen was er mit dem Trottinett so alles kann. So war es unvermeidlich dass sich noch zwei Stürze ereigneten. 1. Nicole schwätze  zu viel und fuhr mangels Konzentration in die für die Kühe gedachte Wiese. 2. Küse scheitere beim Versuch sich an die Spitze zu kämpfen. Mit völlig überhöhter Geschwindigkeit und mangelnder Erfahrung im Umgang mit Zweiräder holte die Fliehkraft ihn vom seinem Gerät. Mit blockiertem Hinterrade küsste er die Leitplanke und zog sein auf dem Teer einige Schürfungen zu. Verbissen wie die Jungen von Lieni sind, war selbst nach dem Sturz noch das Ziel unter den ersten drei in Küblis anzukommen!

Dieses echt gelungene Weekend wird uns wohl noch länger in Erinnerung bleiben. Ich fand unseren tollen Zusammenhalt, die Harmonie, den Haselnussstecken und die old-fashion Stirnbänder einfach Klasse.

Tiger